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Sebastian Pollmer sitzt mit einem aufgeklappten Laptop und einem Notizbuch in der Hand auf der Fensterbank und schaut aus dem Fenster.
  • EOS steigert seinen Umsatz in Westeuropa um 6,6 Prozent.
  • Signifikante Investitionen in unbesicherte Forderungsportfolios in Frankreich und Portugal treiben das Wachstum.
  • Der konsequente Ausbau digitaler Prozesse schafft mehr Effizienz im Kerngeschäft.

Sebastian, wie lief das Geschäftsjahr 2025/2026 in der Region Westeuropa?

2025/2026 war für uns ein Jahr, in dem sich die strategischen Entscheidungen der vergangenen Jahre ausgezahlt haben. In einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld konnten wir unsere Marktposition nicht nur behaupten, sondern gezielt weiter ausbauen und den Umsatz auf 318,9 Millionen Euro steigern. Wir haben stark in Forderungsportfolios investiert und konnten sowohl in kleineren als auch in großen Märkten durchweg gute Ergebnisse erzielen. Insgesamt haben wir rund 383 Millionen Euro in besicherte und unbesicherte Forderungen investiert. 

Was waren die wichtigsten Meilensteine?

Einen zentralen Schwerpunkt des vergangenen Geschäftsjahres bildete erneut der Ankauf unbesicherter Forderungen von Banken – sowohl in Märkten wie Frankreich, Belgien oder Spanien, in denen wir schon seit Jahrzehnten zu den führenden Anbietern gehören, als auch in relativ jungen Märkten wie Portugal, wo wir erst seit 2022 mit einem eigenen Service aktiv sind und kontinuierlich wachsen. In Portugal hat EOS in sechs unbesicherte Forderungsportfolios investiert und damit den Wert seines gesamten Forderungsvolumens (Assets under Management) nahezu verdoppelt. Auch in Frankreich konnten wir in signifikanter Höhe investieren: Besonders hervorheben möchte ich hier den Ankauf zweier Portfolios mit einem Nennwert von insgesamt circa 500 Millionen Euro. Solche Transaktionen zeigen, dass wir von den Banken auch in komplexen Situationen als verlässlicher und professioneller Käufer wahrgenommen werden. 

Zudem haben wir unsere Expertise als Investor in immobilienbesicherte Forderungen erneut unter Beweis gestellt und unter anderem in Portugal und Frankreich Forderungspakete erworben. Ein weiteres Highlight waren in Spanien erfolgreiche Direktinvestitionen in Immobilien. Unser klares Ziel ist es, diese durch finanzielle Schwierigkeiten brachliegenden Vermögenswerte zu restrukturieren und wieder in produktive und lebendige Lebens- und Wirtschaftsräume zu verwandeln.

Lächelnde Frau sitzt in einer modernen Büro-Lounge, telefoniert und arbeitet am Laptop. Im Hintergrund arbeiten zwei weitere Personen.

Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht 2025/26

Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte die EOS-Gruppe erneut hervorragende Ergebnisse und bestätigte damit ihre starke Position in ganz Europa.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

Konzernumsatz nach Regionen

Im Geschäftsjahr 2025/26 konnte der EOS Konzern an das hohe Umsatzniveau des Vorjahres anknüpfen. Der Konzernumsatz stieg insgesamt um 1,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

In der Region Westeuropa hat der EOS Konzern seinen Vorjahresumsatz um 6,6 Prozent übertroffen und 318,9 Millionen Euro erreicht, die 29,9 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung sind hohe Investitionen in Frankreich und Portugal sowie die erfolgreiche Bearbeitung dieser und in den Vorjahren angekaufter NPL-Portfolios.

Aus rechnerischen Gründen können in Tabellen und Texten Rundungsdifferenzen auftreten.

Konsolidierter Umsatz 2025/26 in Millionen Euro
1.068
Zentraleuropa
376,2
Osteuropa
372,8
Westeuropa
318,9

Welche Fortschritte gibt es bei der Digitalisierung?

Im Bereich digitaler Zahlungsprozesse haben wir einen weiteren Sprung nach vorn gemacht. Mit digitalen Serviceportalen wie myEOS ermöglichen wir es säumigen Zahler*innen, ihre Anliegen vollständig digital zu bearbeiten, ohne direkten Kontakt mit EOS aufnehmen zu müssen. Sie können dabei aus bis zu acht verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten wählen oder einen Antrag auf eine Zahlungsvereinbarung stellen. 

Dabei ist uns sehr wichtig, dass wir trotz des Einsatzes von mehr Technologie im Forderungsmanagement die Menschen nicht aus den Augen verlieren. Im Gegenteil: Verantwortungsvoll eingesetzt, kann Technologie sogar helfen, sensibler und individueller auf säumige Zahler*innen zu reagieren. 

Was bedeutet das mit Blick auf besonders schutzbedürftige Zahler*innen?

Unser webbasiertes Inkassosystem Kollecto+ ermöglicht zum Beispiel das Aussetzen des Inkassoprozesses von vulnerablen Verbraucher*innen, um ihnen eine „Atempause“ zu ermöglichen. Ein strukturierter Prozess für Schutzbedürftige, unterstützt durch unser eigenes Inkassosystem, ist für uns kein Nebenaspekt, sondern ein integraler Bestandteil eines verantwortungsvollen Forderungsmanagements.

Porträt von Sebastian Pollmer

Das vergangene Geschäftsjahr war für die Region Westeuropa sehr erfolgreich. Wir haben stark in Forderungsportfolios investiert und konnten sowohl in kleineren als auch in großen Märkten durchweg gute Ergebnisse erzielen.

Sebastian Pollmer
Mitglied der Geschäftsführung der EOS Gruppe, verantwortlich für die Region Westeuropa

Und welche Rolle spielt KI?

Unsere Expert*innen arbeiten länderübergreifend an innovativen Lösungen, die unsere Inkasso-Prozesse noch effizienter machen. Beispielsweise haben unsere Kolleg*innen aus Portugal und Hamburg bei einem Google Hackathon eine KI-Lösung entwickelt, die die Klassifizierung, Zusammenfassung und Weiterleitung eingehender Briefe an unsere Inkasso- oder Finanzsysteme ermöglicht. Diese Lösung entlastet unsere Mitarbeiter*innen und steigert die operative Effizienz der gesamten Gruppe. 

Gibt es außerdem weitere spannende Neuigkeiten?

Ein wichtiger Meilenstein im vergangenen Geschäftsjahr war die Einführung von Kollecto+ in unserer Landesgesellschaft Belgien. Das umfangreiche Projekt wurde gemeinsam mit dem Engagement und der Expertise unserer Teams aus Rumänien und Deutschland umgesetzt und steht für die enge und vertrauensvolle internationale Zusammenarbeit bei EOS.  

Außerdem freue ich mich sehr, dass wir mit Nicholas Schneider in Belgien, Jesper Dal Thrane in Dänemark und Saúl González in Spanien exzellente Persönlichkeiten für die Geschäftsführung gewinnen konnten, die die Arbeit in den Ländergesellschaften mit viel Expertise und Engagement vorantreiben – ein echter Gewinn für die EOS Gruppe. 

Internationale Kollaboration ist ein zentraler Erfolgsfaktor für EOS. Was braucht es aus deiner Sicht, damit eine solche Zusammenarbeit über Teams und Länder hinweg gelingt?

Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ist für mich eine Kultur der Offenheit. Nur wenn Menschen bereit sind, Perspektiven zu teilen und auch unterschiedliche Sichtweisen zuzulassen, lassen sich Entwicklungspotenziale erkennen und verborgene Talente im gesamten Team sichtbar machen. Diese Offenheit ist zugleich die Basis, um Leistung und Motivation gezielt zu fördern und eine Kultur der Wertschätzung zu etablieren. Dabei möchte ich selbst Vorbild sein und den Anspruch, den ich an mein Team stelle, konsequent vorleben und damit Orientierung geben.

Gleichzeitig sehe ich es als meine Aufgabe, Teams dabei zu unterstützen, ihren eigenen Führungsstil zu entwickeln – im Einklang mit den unterschiedlichen kulturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen unserer internationalen Zusammenarbeit.

Unser Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025/26

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Bildnachweis: EOS

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