- EOS Konzern verzeichnet leichten Umsatzanstieg in Osteuropa
- Investitionen legen durch den Erwerb großer Forderungspakete in Polen, Bulgarien und Rumänien um 16 Prozent zu.
- Pilotprojekt mit Agentic AI in Rumänien, Slowenien, Kroatien und Serbien zeigt Erfolge.
Carsten, welche Entwicklungen prägen aus deiner Sicht das Geschäftsjahr 2025/26 in der Region Osteuropa?
Das Geschäft in der gesamten Region Osteuropa hat sich im vergangenen Berichtsjahr sehr positiv entwickelt – getragen von einer starken operativen Performance und umfangreichen Investitionen. Mit 372,8 Millionen Euro und 34,9 Prozent Anteil am Konzernumsatz konnten wir den Umsatz in Osteuropa leicht um 1 Prozent steigern. Dieser Erfolg ist aus meiner Sicht vor allem das Ergebnis einer sehr intensiven länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen unseren Mitarbeitenden. Auf diesen Team-Spirit können wir stolz sein.
Die EOS Gruppe hat im vergangenen Jahr in Osteuropa 361,6 Millionen Euro in Forderungspakete investiert. Das ist eine Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Was waren aus deiner Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?
Ja, diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Es ist uns gelungen, auch einige größere NPL-Portfolios zu erwerben. Beispielsweise ein Portfolio in Bulgarien mit einem Nennwert von circa 800 Millionen Euro – die bislang größte NPL-Transaktion in Bulgarien. Auch unsere Gesellschaft in Polen hat ein außergewöhnliches Jahr hinter sich: Neben einem sehr starken operativen Ergebnis und Investitionen in Rekordhöhe konnten wir dort den größten Kauf eines unbesicherten NPL-Portfolios in der Unternehmensgeschichte abschließen.
Der Erwerb der NPL-Portfolios wurde von unseren Mitarbeitenden vor Ort mit großer Marktexpertise und viel Engagement vorangetrieben, während Expert*innen aus Hamburg die Bewertung durch fundierte Datenanalysen und Portfolioevaluierungen wesentlich unterstützt haben. Gerade dieses Zusammenspiel aus lokaler Marktkenntnis und zentraler analytischer Expertise ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für unser Geschäft.
In Rumänien ist es uns zudem gelungen, unsere Expertise im Bereich der sogenannten „Performing Loans“ weiter auszubauen. Die Bearbeitung laufender Kredite erfordert neben vielen regulatorischen Auflagen auch ein sehr differenziertes Kommunikationsmanagement mit den Kreditnehmer*innen. Nachdem wir diese Strukturen bereits 2024 erfolgreich etabliert hatten, konnten wir im letzten Geschäftsjahr ein weiteres Portfolio mit einem Nennwert von 28 Millionen Euro und mehr als 9.000 Fällen übernehmen.